Abtreibung

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Re: Abtreibung

Beitragvon potchy » Sonntag 22. Juni 2014, 16:05

Glücklicherweise hat uns die Evolution im Laufe der Zeit die Fähigkeit zur Voraussicht, zum Abwägen von möglichen Optionen und deren Bewertung geschenkt. Ein Beispiel, für das es meiner Meinung nach nicht viel Fantasie braucht: Eine Frau, die voll im Leben steht, einen Job hat, der nicht mit einem Kind vereinbar ist und deren finanzielle Möglichkeiten beschränkt sind und die die Pille nimmt, wird ungewollt schwanger (ein Restrisiko gibts immer). Mit ihrem Freund führt sie eine Fernbeziehung, die in einer tiefen Krise steckt und in der eine Trennung mittelfristig kaum vermeidbar scheint. Ihre Eltern sind nicht in der Lage, sich an der Betreuung des Kindes zu beteiligen.
Nun haben wir zwei Eltern, die beide weder ein Kind wollen noch in einer Lebenssituation sind, in der sie zufriedenstellend dafür sorgen können. Bekommen sie das Kind, wird es in finanziell und sozial schwierigen Verhältnissen aufwachsen und es steht zu befürchten, dass es zu spüren bekommt, dass es eigentlich ein Störfaktor ist, den keiner gewollt hat. Oder es wird zur Adoption freigegeben. Oder kommt nach ein paar Jahren angeknackst in eine Pflegefamilie.
Muss ein Lebewesen, dass diese Situation mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgrund seiner geistigen Fähigkeiten voraussehen kann, so ein Risiko eingehen? Für sich und für das Kind?
Ich denke, es ist sogar die Pflicht der an dieser Situation beteiligten Menschen, hier vernünftig zu kalkulieren und wie gesagt in die Zukunft zu denken, um eine solche Katastrophe zu vermeiden.
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Ich glaube wir kommen auf keinen Grünen Zweig.
Natürlich sind die von dir genannten Beispiele alle nicht optimal. Aber es ist andererseits auch unmöglich die ca . 20 Jahre zu kalkulieren, die das Kind von den Eltern abhängig sein wird. Wer sagt denn, dass ein Elternhaus, das während der Planung eines Kindes in 5 Jahren noch immer die gleichen finanziellen Möglichkeiten hat?
Genauso kann jede noch so gute Beziehung noch während der Schwangerschaft zu Bruch gehen.
Und gerade in so reichen Ländern, in denen wir Leben, bedeutet ein Kind nicht zwangsläufig das Karriereaus. Dafür haben wir zum Glück entsprechende Gesetze.
Und man mags nich glauben: zur Not kann man ein Kind auch mit Harzt 4 durchbringen. Eine Freundin von mir hat das mehrere Jahre mit 3 Kindern geschafft. Auch nicht optimal, aber möglich.

Ich sehe das Leben als ganzes als das Höchste Gut an. Flapsig ausgedrückt würde ich sagen: Ein hartes Leben ist besser als gar keins.

Es endet nicht, aber es kann eine völlig andere Wendung nehmen, die nicht mehr zu ändern ist und die weder Frau noch Partner noch Kind gut tut. Ein Kind ist ja nicht nur ein kurzes Intermezzo sondern für die Eltern meiner Meinung nach eine lebenslange Verantwortung. Du kannst mir nicht erzählen, dass das ein Leben nicht einschneidend beeinflusst!


Das will ich dir doch gar nicht erzählen ;)
Bin selbst Papa und weiß, dass ein Kind die wohl größte Veränderung im Leben darstellt.
Aber warum diese Änderung auch gleich dem Partner nicht gut tun soll, wenn er doch das Kind möchte, ist unverständlich.


Tut mir ja leid potchy aber so Menschen wie du find ich einfach nur eingeschnappt, kurzsichtig und naiv.
Du wärst sicher so ein super guter freund zu einer schwangeren bekannten und würdest der nen riesen psychoterror machen weil sie abtreibt ... herzlichen glückwunsch.
Wenn du nicht abtreiben würdest dann bitte, aber bitte erspar anderen dein naives gelaber.


Durch solche persönliche Angriffe, disqualifizierst du dich selbst.
Ich frag mich wie du darauf kommst, anhand meiner persönlichen Meinung zu einem Thema, meinen Charakter beurteilen zu können ;)

Was neun Monate Schwangerschaft bedeuten scheint die kein Stück klar zu sein


Doch, hab schon mehrere Schwangerschaften miterlebt ;) Wieviel warens bei dir ?

das kann man denke ich erst sagen wenn man es mal war.


Warst du schon schwanger? Wenn nicht dürftest du nach deiner Aussage hier auch nix schreiben ;)

Du denkst dir das alles durch eine rosa rote Brille, wenn die Frau dadurch Job und Zukunftsaussichten verliert sind es wohl kaum 9 Monate die man mal eben auf sich nimmt.


Seltsam, Kenne viele allein erziehende Mütter, die Job und Kinder wunderbar unter einen Hut bringen.

Du behauptest man kann nicht über das Recht auf Leben oder Tod eines Zellhaufens entscheiden


Informier dich lieber mal wann ein Embryo wie weit entwickelt ist. Dann informier dich mal bis wann man abtreiben kann. Dann schau dir mal Ultraschallbilder, vom spätest möglichen Abtreibungszeitpunkt an. Wenn du dann noch von einem Zellhaufen redest, ist ein Baby auch nicht mehr als ein Zellhaufen.

aber was gibt dir das recht über das leben anderer frauen zu entscheiden?


Du tust so als würde ich eine Pistole auf jemanden richten und sie zwingen das Baby auszutragen ;)
Ich vertrete hier nur meine Meinung. Sowas soll angeblich der SInn eines Forums sein ;)

Du frast uns nach unserer Rechtfertigung, aber wo ist deine über uns zu und andere zu urteilen?


Ich urteile nicht. Die einzige, die in dieser Diskussion bislang über die Gesprächspartner urteilt, bist du ;)
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Re: Abtreibung

Beitragvon Smilexxx » Sonntag 22. Juni 2014, 17:10

Schön wenn DU Frauen kennst die das geschafft haben, spricht nicht gerade für jedes einzelne Individuum.
Nein ich war noch nicht schwanger aber hätte es bereits sein können und für mich ist klar dass ich ohne skrupel abtreiben würde. Ich brauch kein Kind.
Und ich weis wie schnell ein embryo wie ein mensch aussieht, hält mich auch nicht von ab, muss man nicht jedes mal ein seelendrama draus machen ;)
Und du wirfst leuten kindsmord vor urteilst du damit etwa nicht?^^
Du hast deine Meinung und das ist auch gut so, aber wie du sie verteidigst is dir wohl sehr wichtig Leute davon zu überzeugen und ihnen ein schlechtes gewissen zu reden.
Ja es gibt viele gute allein erziehende mütter aber es gibt genug jugendliche die null perspektive kriegen, dann ne jugend mit alkohol, drogen etc verbringen weil eltern überfordert waren, sieht man genug und ich kenn genug.
Ich bin grad nur am handy unterwegs aber wenn ich daheim bin kann ich dir ruhig per pn nochmal ausführlichst auf alles antworten ;)
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Re: Abtreibung

Beitragvon Tiger Lilly » Sonntag 22. Juni 2014, 19:08

potchy hat geschrieben:Natürlich sind die von dir genannten Beispiele alle nicht optimal. Aber es ist andererseits auch unmöglich die ca . 20 Jahre zu kalkulieren, die das Kind von den Eltern abhängig sein wird. Wer sagt denn, dass ein Elternhaus, das während der Planung eines Kindes in 5 Jahren noch immer die gleichen finanziellen Möglichkeiten hat?
Genauso kann jede noch so gute Beziehung noch während der Schwangerschaft zu Bruch gehen.
Und gerade in so reichen Ländern, in denen wir Leben, bedeutet ein Kind nicht zwangsläufig das Karriereaus. Dafür haben wir zum Glück entsprechende Gesetze.
Und man mags nich glauben: zur Not kann man ein Kind auch mit Harzt 4 durchbringen. Eine Freundin von mir hat das mehrere Jahre mit 3 Kindern geschafft. Auch nicht optimal, aber möglich.


Du hast völlig recht, man kann nie wissen, ob das Leben in einem, fünf oder zwanzig Jahren noch gesichert und großartig ist. Darum geht es auch gar nicht. Es geht darum, wie man entscheidet, wenn man absehen kann, dass das Leben in einem oder fünf Jahren garantiert NICHT glücklich und abgesichert sein wird. Muss ich dann in Kauf nehmen, ein Kind in ein Leben zu gebären, von dem ich weiß, das es sozial, psychisch und finanziell schwierig ist? Ich denke nicht.
Zum Thema Karriereaus: Gesetze sind schön und gut, aber die Realität ist oft anders. Ich will da jetzt nicht ins Detail gehen, aber zumindest in meinem Berufsstand, gerade in meiner Fachrichtung und dann noch zum Beginn des Berufslebens, ist ein Kind so gut wie unmöglich mit dem Job zu vereinbaren. Ich glaube nicht, dass es gut ist, vorsätzlich die eigene Karriere zu ruinieren, dem Berufsstand und den eigenen Kollegen zu schaden und ein Kind in ein Leben mit einer unzufriedenen Mutter und finanziellen Schwierigkeiten zu setzen oder (falls die Mutter doch irgendwann wieder arbeiten kann, ich rede nicht von einem 9 to 5 oder gar Teilzeitjob) seine Betreuung immer an andere Betreuungspersonen zu delegieren. Wenn ich mich nicht drum kümmern kann, warum soll ich dann ein Kind in die Welt setzen? Das ist doch widersinnig.

potchy hat geschrieben:Ich sehe das Leben als ganzes als das Höchste Gut an. Flapsig ausgedrückt würde ich sagen: Ein hartes Leben ist besser als gar keins.


Da widerspreche ich dir massiv und ich denke, viele Leute, die ein hartes Leben führen, würden mir da zustimmen. Ich hab oft genug mit diesen Lebenssituationen zu tun und würde das niemals einem Menschen ohne Not zumuten wollen. Egal, ob dieser Mensch bereits geboren ist oder nicht.

potchy hat geschrieben:
Smilexxx hat geschrieben:Du denkst dir das alles durch eine rosa rote Brille, wenn die Frau dadurch Job und Zukunftsaussichten verliert sind es wohl kaum 9 Monate die man mal eben auf sich nimmt.


Seltsam, Kenne viele allein erziehende Mütter, die Job und Kinder wunderbar unter einen Hut bringen.


Sicher gibt es solche Superfrauen. Sicher gibt es Umfelder und Jobs, in denen das möglich ist. Aber nur, weil du ein paar glänzende Beispiele kennst, heißt das nicht, dass sich das für jede Frau, jede Lebenssituation, jedes Umfeld und jeden Beruf übertragen lässt! Da muss ich Smilexxx (wenn auch ihr Beitrag zum Teil etwas emotional aufgeladen ist) zustimmen, in mancher Hinsicht ist deine Meinung wirklich zu eindimensional.

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Re: Abtreibung

Beitragvon jedimax » Montag 23. Juni 2014, 09:33

Ich denke, aus der Diskussion können wir ein paar wichtige Dinge lernen:

  1. Kaum jemand kann den Aufwand eines Kindes beurteilen. Ich kann auch nicht die Strapazen einer Schwangerschaft beurteilen, aber immerhin die der Kindererziehung. Ich bin noch kein Vater, aber so langsam fängts in meinem Freundeskreis mit den Kindern doch an. Dazu gehören auch nicht nur wirklich die Sachen wie Geld für Klamotten oder sowas. Es sind auch viele kleine Dinge. Man muss zB seine Schlafenszeiten nach denen des Kindes richten, weil man es ja immer begleiten muss. Man muss das Kind vorm Spazieren gehen erstmal anziehen füttern, danach nochmal wickeln und umziehen ... Und man kann auch ein ganzes Wochenende damit verbringen an allen Ecken kleine Gummi-Schutzecken, Steckdosen-Deckel und Schrank-Riegel anzubringen. Man kann die Arbeit erst beurteilen, wenn man den Prozess mal begleitet oder durchlaufen hat.
  2. Viele Argumente beginnen mit Beispiel X oder "diese eine Frau" oder "Wenn das so ist, und das so". Daran merken wir, dass wir sehr oft in Beispielen denken und das sind alles Einzelfälle. Es gibt hier selten Beiträge, die allgemeingültig sind. Daraus sollten wir mitnehmen, dass jede Situation individuell beurteilt werden muss. Dass jede Schwangerschaft, Beziehung, oder Kindheit anders ist und deshalb auch ja etwas besonderes ist. Also sollte jedes Schwangerschaft auch nur von den Eltern beurteilt werden, denn diese können die Situation am besten.
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Re: Abtreibung

Beitragvon Tiger Lilly » Montag 23. Juni 2014, 10:14

jedimax hat geschrieben:Daran merken wir, dass wir sehr oft in Beispielen denken und das sind alles Einzelfälle. Es gibt hier selten Beiträge, die allgemeingültig sind. Daraus sollten wir mitnehmen, dass jede Situation individuell beurteilt werden muss. Dass jede Schwangerschaft, Beziehung, oder Kindheit anders ist und deshalb auch ja etwas besonderes ist. Also sollte jedes Schwangerschaft auch nur von den Eltern beurteilt werden, denn diese können die Situation am besten.


Danke dafür!

Denn dieses individuelle Beurteilen ist ja das, was ich die ganze Zeit meine. Ein kategorisches Nein zu Abtreibungen ist genauso falsch, wie ein kategorisches Ja. Schwarz-Weiß-Denken ist nie gut und bei Thema, wo es um Leben (oder nicht-Leben) geht, erst recht nicht.

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Re: Abtreibung

Beitragvon Smilexxx » Montag 23. Juni 2014, 12:42

Denke das können wir als Abschluss dieser Diskussion setzen.

Richtig ist was man selbst für richtig empfindet und das sollte in der Gesellschaft bei dem Thema akzeptiert werden ;)
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