Das Leben in Scherben und dann die große Liebe?

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Das Leben in Scherben und dann die große Liebe?

Beitragvon TROOPER-685 » Mittwoch 21. Mai 2014, 13:46

Vor gut 18 Jahren kam ich auf die Welt, in einem Krankenhaus in einer ländlichen Gegend. Meine Mutter und mein Vater haben begonnen mich groß zu ziehen und mir sehr viel Liebe gegeben. Ich war so ziemlich der Star in unserer Familie. Doch mit dem steigenden Alter wuchsen auch die Probleme in unserer kleinen Familie. Meine Eltern haben sich bemüht die Dinge vor mir zu verheimlichen und mir vorzumachen, das alles in bester Ordung sei, dabei war es nicht so. Den ersten Streit, an den ich mich zurückerinnern kann war in unserem Hausflur. Ich hatte etwas falsch gemacht und wurde dafür von meinem Vater geschlagen und mein, damals Lieblingsteddy wurde mir weggenommen. Meine Mutter hat daraufhin heftig mit meinem Vater gestritten, während ich mit meinen gut 5 Jahren in irgendeiner Ecke stand und geweint habe. Über die Zeit hinweg haben meine Eltern wohl ihre Gefühle zueinander verloren. Sie haben sich öfters gestritten und nahmen immer weiter Abstand zueinander. Den Streit musste ich mir Nachts immer mit anhören, weil ich davon immer wach geworden bin. In der Schule habe ich währenddessen meine erste Liebe gefunden und ein Mädchen einen Liebesbrief geschrieben. Leider war das der Beginn vom Untergang, denn das Mädchen hat mich daraufhin angefangen heftig zu mobben und mich fertig zu machen, das ich sogar in der Schule nach drausen gehen musste weil ich geweint habe. Zuhause habe ich meinen Elter davon erzählt, aber sie haben nichts dagegen unternommen, geschweige denn mir versucht zu helfen oder beizustehen. Leider habe ich durch das Mobbing auch so ziemlich alle meine Freunde verloren, sodass ich niemanden mehr hatte außer einen Online-Freund. In der Schule nahm das Mobbing zwar langsam ab, zog sich jedoch insgesamt über eine Zeit von 4 Jahren hin. Ich habe mich in er Schule und im Leben allgemein sehr stark zurückgezogen und aus dem kleinen, Lebensfrohen und glücklichen Jungen wurde ein schüchterner, zurückgezogener und total unglücklicher Junge. Ich habe sehr viele Viedeospiele gespielt mit meinem Online-Kumpel und habe mehr in der virtuellen Welt gelebt als in der realen. Eines Tages merke ich jedoch, das ich mich in den Online-Freund verliebt hatte. Anfangs fand er es süß und er stimmte sogar einem Treffen zu, wobei wir allerdings nicht mehr als gezockt und Filme geschaut haben. Auch ein zweites Mal konnte ich mich mit ihm treffen und sogar ein drittes Mal, doch mehr als ein rein freundschaftliches Treffen lief nie ab. Meinen Eltern habe ich die Geschichte erzählt und meine Geheimnisse, aber meine Mutter hat sie am gleichen Abend ihrer Freundin erzählt und das war für mich ein starker Vertrauensbruch, weshalb ich auch zu meinen, sich auseinanderlebenden Eltern mehr Abstand nahm und mich mehr auf meine Internetliebe konzentrierte. Doch er begann schon bald mehr Abstand zu mir zu nehmen und verzweifelt klammerte ich an ihm, doch er wieß mich immer mehr zurück und empfand meine Liebe nun als nervig und unnormal. Während ICH Zuhause von meinen Eltern immer mehr angemacht wurde und sie die Schuld immer gleich bei mir suchten und mich sozusagen begannen zu schikanieren drohte meine digitale Welt, mit meinen Freunden und meiner Liebe auch zusammenzubrechen. Ich klammerte so verzweifelt an dem Online-Freund, der immer mehr Abstand zu mir nahm und konnte nicht aufhören ihn zu lieben. Doch eines Tages kam alles so, wie es kommen musste und nach 3 Jahren brach meine Digitale Welt zusammen, als ich von allen Freunden innerhalb von wenigen Tagen aus sämtlichen Kontaktlisten gelöscht wurde. Ich war am Boden zerstört und hatte niemanden, der mir helfen konnte. Ich habe in diesen, gut 2 Monaten - die ich brauchte um mit der neuen Situation klar zu kommen - sehr viel heimlich geweint, meistens Nachts und das sehr heftig und lange. Ich begann damit Selbstmordgedanken zu bekommen und überlegte / plante mit das Leben zu nehmen, doch Leider hatte ich nie den Mut dazu. Ich war lange zeit komplett alleine und habe den ganzen Kummer, den Schmerz und die Ständigen Pöbeleien meiner Eltern gegenüber mir in mich aufgesogen. Deshalb habe ich kein Selbstvertrauen oder Selbst-Liebe. Ich bin sehr zurückhaltend und schüchtern, weil ich Angst habe, das ich wieder niedergemacht werde von Anderen und gemobbt werde. Ich versuche wieder offener für alles zu werden, doch es geht nur sehr langsam vorran. Und Ausgerechnet jetzt habe ich mich in ein Mädchen aus meiner Klasse verliebt, zu dem ich mehr oder weniger der Schule Kontakt aufgebaut habe - da sie neben mich gesetzt wurde. Ich schreibe im Moment nun seit längerer Zeit mir ihr und wollte sie auch einmal einladen, da ich Gefülhe für sie bekomme aber sie wollte nicht und wies mich zurück. Dennoch haben wir über die Zeit weiter geschrieben und den Kontakt aufrecht erhalten, obwohl ich mehr für sie empfinde (was sie jedoch nicht weis). Ich wünsche mir so sehr, dass ich mit ihr zusammenkomme, wenn ich ihr nach dem letzten Schuljahr meine Liebe gestehe doch sie wird mich wahrscheinlich abweisen. Trotzdem muss ich es versuchen, denn ich liebe sie richtig heftig, wie den Online-Freund damals und ich... ich weis nicht was ich schreiben soll aber ich liebe sie wirklich. Nur habe ich Angst, das ich nicht gut genug für sie sein könnte (obwohl sie einmal gesagt hatte: Ich sei der perfekte Mann). Ich habe Angst, das ich sie genauso verletzen könnte bzw. sich das genauso entwickelt wie das mit meinen Eltern. Ich will das überhaupt nicht und ich kann mir das auch nicht vorstellen, aber ich habe Angst, das es genauso kommen könnte. Schließlich haben meine Eltern mich erzogen und ich habe das alles so kennengelernt. Auch wenn ich mir es nicht vorstellen kann und ich sie niemals so behandeln will, wie meine Eltern sich behandeln habe ich trotzdem Angst, das es so weit kommen könnte - wenn sie mit mir zusammen kommen sollte. Ich weis, das ist alles wieder sehr weit vorrausgedacht, aber wie seht ihr das? Außerdem, da ich keine Freunde habe und meine Eltern immer sagten "Wenn du mal ne Freundin hast - die tut mir jetzt schon leid" - wie soll ich denn attraktiv wirken für sie? Sie möchte wahrscheinlich (wie jeder Andere) einen ganz normalen Jungen, aber im Moment bin ich das nicht, da mich meine Vergangenheit mehr oder weniger ruiniert hat. Was soll ich tun? Wie kann ich sie überzeugen mit mir zusammen zu kommen? Wie kann ich mich selber überzeugen, das ich nicht so ein Minderwertiger Mensch bin wie meine Eltern es mir immer zusagen?

Ich weis, das war ein sehr langer Text aber ich hoffe, jemand da draußen kann mir einen Ratschlag oder einen Tipp geben.
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Re: Das Leben in Scherben und dann die große Liebe?

Beitragvon jedimax » Mittwoch 21. Mai 2014, 14:06

Ich muss schon sagen, dass du da schon ein sehr hartes Leben durchstehen muss. Hier nun ein paar Tipps und meine persönliche Einschätzungen:

  • Löse dich von deinen Eltern. Anscheind hast du keinen guten Kontakt, aber möchtest ihnen doch noch eine Chance zur Erziehung bieten. Irgedwann ist man auch alt genug um selbst zu wissen was gut ist. Nicht für jeden muss eine Familie die Blutsverwandschaft sein. Man kann sich auch seine engsten Vertrauen aussuchen.
  • Habe keine Angst, so zu werden wie deine Eltern. Sei ein eigenständiger Mensch. Die Erfahrungen, die wir durch Eltern erleben prägen uns, aber wir werden nicht zu deren Kopien. Manche haben vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht und werden deshalb auch so. Manche haben schlechte Erfahrungen gemacht und werden deshalb zu dem genauen Gegenteil davon. Dass du schon darüber nachdenkst, ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn die Eltern als Vorbilder versagen, dann kann man sich auch woanders eine Vorbild Rolle suchen (im Sport, der Politik, Freundeskreis, Musiker).
  • Lerne über deine Gefühle zu Reden. Sprich mit dem Mädchen darüber. Natürlich besteht immer die Gefahr, abgewiesen zu werden, aber ohne Risiko kann es keinen Gewinn geben. Du da deinem Bauchgefühl vertrauen und sie einschätzen. Eventuell hat sich ja auch Gefühle oder kann sich zumindest vorstellen stattdessen für dich ein Freund zu sein.
  • Dir fehlt anscheinend richtige Schritte in der Erziehung die du genossen hast. Sowas (mit Schlagen) wäre sicherlich ein Fall für das Kinder- und Jugendamt. Aber dafür ist es jetzt wohl schon zu spät. Was ich dir aber empfehlen mag, ist dass du mal einen Psychater aufsuchen solltest. Keine Angst, der ist nicht nur für Verrückte da. Er kann dir auch helfen deine Erlebnisse zu verarbeiten, deinen eigenen Charakter zu prägen und dir Selbstsicherheit
  • Gib die Hoffnung nicht auf. Sicherlich wirst du gute Freundin finden. Probiere einfach ein paar neue Hobbies aus. Vielleicht mal eine neue Sportart (Curling, Tanzen oder Tischtennis), oder was Kulturelles (Lesekreise, Kochgruppen) oder was es sonst noch so gibt.

Auf jeden Fall ist es immer wichtig, den Kopf hoch zu halten und nicht aufzugeben. Du hast sicher schwere Zeiten hinter dir, aber irgendwann kommen auch die guten Zeiten und dann kannst du es umso mehr wertschätzen und genießen. Manchmal gibt es halt wochenlang schlechtes Wetter, aber irgendwann kommt auch der Frühling und danach der Sommer ;)
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